Zirkel der Fachstudentenschaft Tafelrunde Agraria
 

Die Chronik unserer Verbindung

Im 19. Jahrhundert war seit der Revolution 1848 die „deutschliberale“ Weltanschauung die bestimmende politische Kraft in der cisleithanischen Reichshälfte der Monarchie.

Sie wurde im Wesentlichen von den Studenten, den Intellektuellen und vom Bürgertum getragen. So wurde bereits kurz nach Errichtung der ersten landwirtschaftlichen  Mittelschule Österreichs, des „Francisco-Josephinums“ 1869 in Mödling, von Josephinern die deutsch-liberale Studentenverbindung „Deutsche Eiche“ gegründet.

Wegbegleiter der Schule

Den Anstoß zur Stiftung der Korporation gab Franz Peschka, der einem Freisassenhof im ost-böhmischen Abstorf entstammte, nach Absolvierung der Anstalt 1876 in vielen landwirtschaftlichen Zweck-Körperschaften eine führende Rolle spielte und 1891 in den böhmischen Landtag und in den Reichsrat gewählt wurde. Peschka gründete auch die „Deutsche Agrarpartei“1) im Abgeordnetenhaus und wurde schließlich als deutscher Landmannminister im Jahre 1907 in den Rat der Krone berufen.

Wir sind stolz auf unsere Geschichte, daher Neuem stets aufgeschlossen.

Noch bevor Peschka die Lehranstalt absolvierte, nahm der junge Bund die Bezeichnung „Eiserner Bund“ und wenig später „Deutscher Verein“ an. Mit dem Namenswechsel wurde versucht, dem damals bestehenden Vereinsverbot für Mittelschüler zu entgehen. Der Vorsitzende der erwähnten Vereine war Wilhelm Bersch, der es zu einem Pionier der Moorkultur und zum Professor der Universität für Bodenkultur bringen sollte.

 

1888 wurde die Burschenschaft „Rodenstein“ unter der Leitung von Franz Waldhäusl errichtet, der später niederösterreichischer Landeskulturrat wurde.

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Rodensteiner 1888 – 1890

Als Beschützer der Korporation erwies sich stets der Direktor der Anstalt Dr. Carl Theodor von Gohren. Er war während seiner Studienzeit selbst Burschenschafter in Leipzig. Nach seiner Pensionierung musste sich der inzwischen als Burschenschaft „Ottonia“ firmierende Verband erneut auflösen.

Gründung der Deutschen Tafelrunde”

Der folgende Neubeginn war trotz des fortbestehenden Vereinsverbots endlich von dauerhaftem Erfolg. Sechs Mitglieder der früheren „Ottonia“ gründeten am 26. Oktober 1900 im „Francisco-Josephinum“ in Mödling den Verein Deutscher Agrarstudenten (VDA) „Deutsche Tafelrunde“. Es waren dies Hugo Wandruszka von Wanstetten, Ignaz Baredschneider, Karl Rossa, Peter Handel, Oswald Hochfilzer und Karl Kirillo. Sie verzichteten anfangs auf das Tragen von Band und Mütze, widmeten sich aber weiterhin der Pflege des deutschen Studentenliedes und der weltanschaulichen Bildung. Ein Jahr später wurde auch das Pauken wieder eingeführt und wieder ein Jahr später das schwarz-grün-goldene Burschenband. 1909 wurde das farbstudentische Auftreten durch die Wiedereinführung der grünen Mütze komplettiert.

Politisch erreichten inzwischen die nationalen Spannungen in der Donau-Monarchie ihren Höhe-punkt. Trotz eines im europäischen Sinne fortschrittlichen Nationalitätenrechtes und des „Mährischen Ausgleichs von 1905“ befand sich das staatstragende Deutschtum auf dem Rückzug zwischen slawischer Anmaßung und französischem Revanchismus. Die idealistisch gesinnte Jugend nahm dies nicht widerspruchslos hin. Sie besann sich vermehrt auf die urburschenschaftlichen Ideale „Ehre – Freiheit – Vaterland“, wie sie 1815 nach der Niederringung Napoleons proklamiert wurden. Auch die „Deutsche Tafelrunde“ erfreute sich unter diesen Rahmenbedingungen regen Zuspruchs. 

 

Nicht genug, 1905 etablierte sich am „Francisco-Josephinum“ ein Pfeifenklub, aus dem 1906 die konservative Verbindung „Ger“ hervorging, die am 26. Oktober 1912 mit der „Deutschen Tafelrunde“ ein Kartell schloss. 1917 bis 1920 erlebte die „Ger“ eine neue Blüte. Im 40. Semester der Tafelrunde, im Jahre 1920, vereinigten sich deren damals 37 Aktive unter Eberhard Neubacher (x), Max Mayerhöfer (xx) und Franz Breineder (xxx) mit den 26 Aktiven der Verbindung „Ger“ unter Walter Marzy (x), Rico Giraldoni (xx), Josef Strommer, Georg Kirchner und Waldemar Söldner in der „Deutschen Tafelrunde“ und traten 1921 dem „Passauer Sammelconvent (PSC)“ bei. Die Mitglieder der „Ger“ konnten weiterhin ihre Farben und roten Mützen tragen.

 

Beide Korporationen nahmen regen Anteil am volkstumspolitischen Leben Mödlings und wurden vom Bürgermeister der Stadt Dr. Hans Schürf kräftig gefördert. Der Aktivbetrieb der „Deutschen Tafelrunde“ wurde auch während des Ersten Weltkrieges weitergeführt.

 

Bis 1918 spielte sich der Couleurbetrieb in den Buden des Studentenheimes ab. Selbst der Pauk-betrieb und die Convente  wurden im Heim abgehalten. Nur größere Veranstaltungen wie Kneipen und Kommerse stiegen in der Vorderbrühl, in Gumpoldskirchen und an anderen Orten. Zu Pfingsten wurden Ausflüge in die Wachau und auf die Burgruine Aggstein unternommen.

 

Im Ersten Weltkrieg hatte die Korporation, die lange Zeit nur als Aktivverband existierte, viele Gefallene zu beklagen. Mit den Überlebenden gründete Josef Wilhelm Teufel vulgo Heimdall (aktiv 1902–1906) den Altherrenverband, nachdem er bereits 1908 mit der Sammlung der Alten Herren begonnen hatte. Die offizielle Gründung des Altherrenverbandes erfolgte am 14. November 1921. Teufel wurde dafür zum Ehrenbursch ernannt.

 

Die Erste Republik brachte 1919 auch den Mittelschülern die Vereins- und Versammlungsfreiheit. Die „Deutsche Tafelrunde“ wurde als Verein Deutscher Agrarstudenten behördlich genehmigt.

Gründung der D.V.S.V. „Agraria“

Am 19. November 1919 wurde an der neuen landwirtschaftlichen Lehranstalt in der Grenzstadt Laa an der Thaya unter Vorsitz von Erich Peschke – früher Burschenschaft „Ceres“ Neutitschein im Sudetenland – die deutsch-völkische Semestral-Verbindung (D.V.S.V.) „Agraria“ ins Leben gerufen, die in der damals bewegten Zeit auch „Selbstschutzaufgaben“2) gegen die räuberischen Grenzübergriffe der Tschechen übernahm. 1921 erklärte sich die Semestralverbindung als Burschenschaft.

 

Zu den Gründern der Korporation gehörten unter anderen Waldemar Maier, früher „Balto Teutonia“ Kaaden, Max Fuchs, zuvor ebenfalls „Ceres“ Neutitschein, Albin Schraffl, Alfred Schweighofer, Franz Schwamberger, Franz Peter und Otto del Fabro. Sie entschieden sich für braune Mützen und ein schwarz-grün-goldenes Burschenband. Gefochten wurde – wie üblich – mit Schlägern, aber auch mit stumpfen, vereinzelt sogar mit scharfen Säbeln. In Laa an der Thaya war der Großteil der Studierenden bei der „Agraria“ aktiv. Der Bund genoss auch bei der örtlichen Bevölkerung hohes Ansehen.

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Aktivitas Agraria Laa 1921

Vereinigung zur „Tafelrunde Agraria“

Am 7. Jänner 1925 beschickte die „Deutsche Tafelrunde“ Mödling das Laaer Kränzchen, woraus sich sofort ein freundschaftliches Verhältnis ergab. Als es dann 1926 zur Schließung der Schule in Laa und zur Vereinigung mit dem „Francisco-Josephinum“ kam, beschlossen beide Verbindungen unter Mitwirkung des Altherrenverbandes die Fusion zur „Deutschen Tafelrunde Agraria“, die am 14. Oktober 1926 feierlich vollzogen wurde. An der Vereinigung

waren federführend EB J.W. Teufel, Rudolf Botzenhart, Rudolf Deutschmann, Otto del Fabro, Alfred Wieselthaler und EB Jörg Friedrich Liebenberg beteiligt.

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Zirkel und Wappen der „Tafelrunde Agraria“

Es wurden sowohl der schwarz-grün-goldene Dreifarb als auch die grünen Kappen für die Tafelrundler und die braunen für die Agraren beibehalten. Weiters wurde im Fusionsprotokoll vom 14. Oktober 1926 vereinbart, dass künftig der Senior und Fuxmajor den grünen Flaus und das grüne Barett bzw. Cerevis der Tafelrunde tragen und der Consenior den braunen Flaus und das braune Barett der Agraren verwendet. Als Farbenlied wird bis heute die schöne zeitlose Hymne der Agraren gesungen. Der Wahlspruch der Fusionsburschenschaft, der auch die Ehrenbänder ziert, lautet „Dem Bunde und dem Volke treu“. Als Waffenspruch wurde da Schiller-Zitat aus Wilhelm Tell „Der Freiheit eine Gasse, der Ehre unser Blut“ gewählt. Schließlich hatten sich die Agraren ausbedungen, aus eigenen Mitteln ein Agrarenbanner zu stiften, wobei sich Gottfried Bayer und viele Bürger aus Laa großzügig zeigten.

Der Bannerkommers stieg am 7. Mai 1927. Der erste Fahnenjunker war Josef Mitteregger. Die Mitgliederwerbung wurde 1928 erheblich erschwert: es durfte erst im zweiten Jahrgang gekeilt werden. Trotzdem waren auf Grund des unermüdlichen Einsatzes von Hans Prinz von Thurn und Taxis als Fuxmajor und Franz Weese allein im 58. Semester 14 Einsprünge zu verzeichnen. Auch unter den Aktivensprechern Kniesel, Helmut Kautz und Andreas Vogelsang konnte sich die Verbindung vom 60. bis 63. und unter Erich Schwaiger, Georg Gutmannstal, Erhart Hartungen und R. Schier bis zum 66. Semester gut behaupten.

Am 11. Juni 1933 wurde von der Dollfuß-Regierung eine Auflösungsverordnung erlassen. Das Inventar wurde von EB Karl Seidl und Rudolf Schwarzrock privat in Sicherheit gebracht und so der Fortbestand des Bundes gewährleistet.

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Weihe des Banners 1927

Übersiedlung nach Wieselburg

Im Sommer 1934 wurde die renommierte Lehranstalt von Mödling in das Schloss Weinzierl bei Wieselburg an der Erlauf übersiedelt. Als Grund für die Schulverlegung wurde die in Mödling fehlende Schulwirtschaft angegeben. In Wieselburg bestand zwar ein Staatsgut, doch dieses steht bis heute nicht als Schulwirtschaft zur Verfügung. Der eigentliche Grund war deshalb sicher überwiegend politischer Natur. Mödling war nämlich ein sehr volkstumsbewusstes Pflaster, von dem man sich den agrarischen christlichsozialen Nachwuchs nicht anstecken lassen wollte. Außerdem konnte in das frei werdende Gebäude die Dollfuß-treue Chargenschule der Gendarmerie von Graz in die Nähe Wiens verlagert werden.

 

Mit der Lehranstalt übersiedelte auch die „Deutsche Tafelrunde Agraria“ nach Wieselburg. Obwohl der Austrofaschismus den Burschenschaften nicht zugetan war und in Wieselburg sofort eine katholische Mittelschulverbindung gegründet wurde, wurde die Stammkorporation des „Francisco-Josephinums“ von der Direktion nicht wirklich behindert. Im Gegenteil, man schätzte die hohe Disziplin in der Korporation, die auch großen Wert auf entsprechenden Studienerfolg der Mitglieder legte. Schlechte Zensuren wurden mit Beurlaubungen und Strafpauken geahndet. Außerdem konnte und wollte die „Deutsche Tafelrunde Agraria“ keine Vorrechte durch politische Beziehungen in Anspruch nehmen. Der Aktivenbetrieb litt nicht einmal durch das rigorose Internatsregime. Der Bund war – dank reger Keiltätigkeit – gleich stark wie der katholische. So wurden beispielsweise die damals nach Wieselburg fast alle mit der Bahn anreisenden Studienanfänger von den Aktiven auf dem Bahnhof in Farben begrüßt. In der Folge wurde den neuen Kommilitonen Unterstützung beim Gepäckstransport in das gut einen Kilometer weit entfernte Weinzierl angeboten. Auf dem langen Fußmarsch wurde nicht nur Wieselburg, sondern natürlich auch die Verbindung vorgestellt und dabei so manches Mitglied gewonnen. Erst die von der NS-Regierung verfügte Auflösung führte nach dem letzten Burschenconvent am 6. Mai 1938 zur Einstellung des Aktivbetriebes.

Gründung des „Grün-Weiß-Grünen Bundes“

Der Zweite Weltkrieg forderte erneut große Opfer. Viele Alte Herren fielen, kehrten kriegsversehrt oder erst nach Jahren aus der Gefangenschaft zurück. Es dauerte lange, bis die in Tschechien, Rumänien und Jugoslawien vertriebenen und enteigneten Bundesbrüder heimisch und die Einschränkungen unter der alliierten Besetzung Österreichs überwunden wurden. Erst als man wieder zu einer auskömmlichen Existenz zurückgefunden hatte, konnte man an die Wiedererrichtung der Korporation denken. 

 

Wieder war es Ehrensenior EB J.W. Teufel, der sich um die Sammlung der Absolventen verdient machte und dabei auch die Alten Herren der Fachstudentenschaft „Tafelrunde Agraria“ erneut zueinander finden ließ. Die Vereinsanmeldung des Altherrenverbandes erfolgte in Wien im Jahre 1953. 

 

Beim Aufbau des Absolventenverbandes der Schule und des Altherrenverbandes der Verbindung entstanden auch Kontakte auf fachlicher und freundschaftlicher Ebene zu Absolventen und Alten Herren anderer landwirtschaftlicher Lehranstalten, vor allem von der Höheren Wein- und Obstbaulehranstalt in Klosterneuburg und dem fachstudentischen Corps „Unitas“ (EB DI Arthur Kirchner) sowie der Höheren Bundeslehranstalt für Gartenbau in Wien-Schönbrunn, früher Eisgrub, und der Fachstudentenschaft „Rugia“ (Oberst Gansinger und Walter Klemm). Das führte 1956 zur Gründung des „Grün-Weiß-Grünen Bundes (GWGB)“, der Interessengemeinschaft der drei fachlich verwandten Verbindungen. 

 

Schon die Vorbereitung der Reaktivierung begleiteten ständige Diskussionen über die Schlussfolgerungen aus den leidvollen Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte und die zeitgemäße Interpretation der burschenschaftlichen Ideale. Die Ehre vieler anständiger Männer war befleckt worden und die Freiheit insgesamt massiv eingeschränkt. Ruf und Ansehen wieder herzustellen und die Freiheit zu verteidigen, wurden mehr denn je als erstrebenswerte Ziele angesehen, während das Vaterland, besetzt und teils zerstört, wieder in neuem Glanze erstehen sollte. Die studierende Jugend sollte dazu – frei vom parteipolitischen Hader der Ersten Republik – zur Selbstachtung, zu kritischer Offenheit und Heimatliebe angehalten werden. Damit war auch schon das Programm zur Wiedergeburt der waffenstudentischen Korporationen an den Höheren Landwirtschaftlichen Bundeslehranstalten definiert, das dann mit entsprechender Begeisterung auch umgesetzt wurde.

Reaktivierung nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Fachstudentenschaft „Tafelrunde Agraria“ erstand am 29. September 1957 in Wieselburg neu. Hagen Weese, Franz Glock und Hajo Beuge waren die ersten Chargen. ES EB J.W. Teufel, EB Alfred Wieselthaler, 1956 erst aus der Gefangenschaft in Sibirien zurückgekehrt, EB Otto del Fabro, ES EB Erich Peschke, EB Hans Bernhart, EB Franz Weese und EB Wilhelm Thomas, EB Generalkonsul DI Artur Kirchner und August Friedrich Schiendl waren die Alten Herren der ersten Stunde.

 

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Kirchner (1.v.l.), Wieselthaler (2.v.l.) und Teufel (r.)
bei der 
Reaktivierung 1957

Die Aktivitas verzeichnete regen Zulauf. Der Aktivenstand steigerte sich von sieben im Jahre 1958 auf 32 im Jahre 1962. Unter dieser Gruppe der Neuzugänge befanden sich die späteren Ehrenburschen Harald Regenfelder, Franz Schachinger und Josef Überacker.

 

Das erste Farbenheim nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich beim Bärenwirt in Petzenkirchen. Weil damals nur wenige Aktive ein Fahrzeug besaßen, legten manche den weiten Weg zum wöchentlich stattfindenden Allgemeinen Convent zu Fuß zurück. Diese Situation verbesserte sich erst mit der Anmietung des Saales im Gasthaus Schopf, direkt neben dem Josephinum, als repräsentative Bude für die nächsten zehn Jahre. Der Saal wurde mit neuen Fenstern und von der Aktivitas in vielen Arbeitsstunden mit schmiedeeisernen Beleuchtungskörpern, Ölofen usw. aus-gestattet. Der große, schöne und helle Raum wurde im September 1961 als Bude eröffnet und konnte sogar für Stiftungsfeste und zum Pauken genutzt werden.

 

1960 richtete die Fachstudentenschaft die erste Sonnwendfeier auf der Burgruine Aggstein aus. Diese seither alljährlich stattfindende Veranstaltung wurde als „Aggsteinfest“ bald sehr beliebt und wird inzwischen auf der neu renovierten Burgruine Senftenberg in der Wachau veranstaltet. Die Organisation und Abwicklung der Sonnwendfeier wurde im Laufe der Zeit dem Landes-delegiertenconvent (LDC) Niederösterreich und dem Grün-Weiß-Grünen Bund übertragen.

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Aktivitas 1962

Am 30. September 1961 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg das erste große Stiftungsfest in Wieselburg gefeiert, und zwar in der Volksfesthalle. Es konnten rund 140 Gäste begrüßt werden. Mit einem Festzug und einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal zeigte man sich der Wieselburger Öffentlichkeit.

 

Vor dem Julfest 1961 wurde die erste regelmäßig erscheinende Mitgliederinformation aufgelegt. Das Blatt wurde von der Aktivitas ins Leben gerufen und nach dem Vorbild der „Rugenzeitung“ eigenverantwortlich gestaltet. Die Herausgabe des Rundschreibens übernahm 1968 der Altherren-verband. Es erscheint seither unter dem Titel „Unser Bund“.

 

Wie aus der Mitgliederinformation ersichtlich, wurde von der damaligen Aktivitas vorbildliche Arbeit geleistet. Im Vordergrund stand die Schulung und Persönlichkeitsbildung der jungen Mitglieder. Die Reden bei den Veranstaltungen befassten sich vorzugsweise mit zeitgeschichtlichen und aktuellen Themen. Es kam auch die Unterhaltung nicht zu kurz, und es wurden intensive Kontakte zu den Schwesterkorporationen des Grün-Weiß-Grünen Bundes und den LDC-Bünden in Nieder- und Oberösterreich gepflogen.

 

1963 wurden wieder die ersten Mensuren nach dem Zweiten Weltkrieg geschlagen, und zwar in Wien von den Bundesbrüdern Siegfried Meier, Harald Regenfelder, Nikolaus Reinprecht und Franz Schachinger. Das Pauken mit Schlägern brachte uns DI Herbert Mayer bei, ein bei einer Wiener akademischen Burschenschaft korporierter junger Alter Herr, der in einem Industriebetrieb in Rottenhaus tätig war.

Reaktivierung in Irdning

1966 konnte an der Höheren Bundeslehranstalt für alpenländische Landwirtschaft in Raumberg die Laaer Agrarentradition durch Reaktivierung der Fachstudentenschaft „Agraria“ zu Irdning mit 16 Aktiven fortgesetzt werden. Die ersten Chargen hießen Mandl, Gamauf, Nagele, Eisner bzw. Kroismayer, Promitzer, Zedlacher und Gaigg.

 

Der Aufbau der „Agraria“ wurde durch Fritz Eisner möglich. Er war bei der „Tafelrunde Agraria“ aktiv und wechselte vom „Francisco-Josephinum“ nach Irdning, wo er sofort Gleichgesinnte um sich scharte und mit der in Wieselburg erworbenen Couleurerfahrung den Aufbau der Korporation betrieb. Ein Jahr vorher war das Kurt Possegger noch verboten worden. Auch er war in Wieselburg Mitglied der Fachstudentenschaft und wechselte nach Irdning.

 

Im Jahre 1967 sah sich der Altherrenverband wegen der laufenden Behinderung der Korporation durch die Schuldirektion in Irdning veranlasst, unter Hinweis auf die Heim- und Schulordnung eine Eingabe beim Landwirtschaftsministerium durchzuführen, worauf das Verbot der „Mitgliedschaft bei Vereinen“ ersatzlos aus der Schulordnung gestrichen wurde.

 

Die Reaktivierung der „Agraria“ bescherte den Laaer Agraren wieder eine eigene Aktivitas. Sie verblieben aber weiterhin im Altherrenverband der „Tafelrunde Agraria“, in den dann auch die jungen „Agraren“, die in Irdning absolvierten, aufgenommen wurden. Leider standen von der „Tafelrunde Agraria“ und vom „Grün-Weiß-Grünen Bund“ einhundert Kilometer im Umkreis von Irdning kaum Alte Herren für die laufende Betreuung der Aktiven zur Verfügung, so dass 1973 vertagt werden musste. Spätere Bemühungen, die „Agraria“ zu Irdning wieder zu beleben, blieben bisher erfolglos.

 

Nach der Blüte Ende der Fünfziger- und in den Sechziger-Jahren zeigten sich in Wieselburg Stagnationserscheinungen. 1972 und 1973 wurden die letzten Fuxungen dieses Jahrzehnts durchgeführt.

 

Bemerkenswert ist in den Siebziger-Jahren noch die Einrichtung eines Museums des „Francisco-Josephinums“ in einem Turmzimmer des Schlosses Weinzierl unter Mitwirkung der „Tafelrunde Agraria“. Allerdings wurde das Museum im Zuge der Schlossrenovierung aufgelassen.

Neustart in Wieselburg

Der inzwischen „moderne“ linke Zeitgeist wurde allmählich auch in Wieselburg spürbar. Das wertebewusste Denken verlor an Attraktivität und begünstigte den konsumorientierten Egoismus. Die idealistische Einstellung wich zunehmend der materialistischen. Man begann die Berufslaufbahn mit politischen Parteien zu planen und glaubte, nur durch Anpassung reüssieren zu können. Die Jugend meidet tunlichst Bindungen jeder Art, ohne sich der damit verbundenen Vereinsamung bewusst zu sein. Außerdem wurden die Josephiner immer jünger und mobiler; die meisten fahren nahezu jedes Wochenende heim und haben daher weniger Zeit für das Vereinswesen.

 

Dazu kam der Generationswechsel innerhalb des Altherrenverbandes. Die Nachkriegsgeneration verließ sich zu sehr auf die bewährten Vorbilder, die nach und nach in die Ewige Heimat abberufen wurden bzw. altersbedingt immer weniger in der Lage waren, den Aktivbetrieb aufrecht zu erhalten. Erst als die Reaktivierungsgeneration die Chargen im Altherrenverband übernahm, ging es wieder aufwärts. AH Franz Schachinger übernahm nach dem Tod des Ehrenseniors EB Alfred Wieselthaler den Vorsitz. Josef Überacker ließ sich als Fuxmajor reaktivieren.

 

In der neuen Ära wurde auch zu den drängenden Fragen der Zeit klar Stellung bezogen, wie zu den Themen Europäische Einigung, Zuwanderung, Liberalisierung, Globalisierung und Umweltschutz. Die Fachstudentenschaft sprach sich stets für ein Europa der Völker aus und setzt das friedliche Nebeneinander über das multikulturelle Chaos, plädiert für die Förderung der hiesigen Familien anstelle der Zuwanderung. Eigene Lebensmittel-, Wasser- und Energieversorgung werden als Menschenrecht betrachtet und der Umweltschutz als Gebot der Vernunft.

 

Am 6. Mai 1983 gelang dann mit fünf Aktiven ein neuer Anfang. Bei der Reaktivierungskneipe im Gasthaus Schopf in Weinzierl wurde auch Frau Grete Wieselthaler, die Gattin des verstorbenen ES EB Alfred Wieselthaler, zur ersten Ehrendame des Bundes ernannt. ES Wieselthaler leistete für die Korporation unschätzbar viel und wurde dabei stets tatkräftig von seiner Gattin unterstützt, der mit der Auszeichnung eine späte, aber verdiente Ehrung zuteil wurde.

 

Zum ersten Burschen der neuen Generation wurde beim 83. Stiftungsfest Andreas Mirtl geschlagen. Der Bundesbruder vertritt seit 1985 die Fachstudentenschaft im Vorstand des Absolventenverbandes, was jahrelang ES Willi Thomas besorgte. AHx Schachinger wurde Ehrenbursch.

 

In der ersten Zeit standen die Fuxenschulung, die Keilung und die Budensuche im Vordergrund der Bemühungen. Zur Mitgliederwerbung wurde am 3. Mai 1984 erstmals in der Lehranstalt öffentlich eine Veranstaltung ausgeschrieben und durchgeführt, nämlich ein Liederabend mit Dr. Martin Rockenschaub, der bei den Besuchern sehr gut ankam. 1985 erhöhte sich der Aktivenstand wieder auf zehn Mitglieder.

 

Besonders schwierig gestaltete sich die Budensuche. Die Treffen fanden zunächst in Nebenzimmern von Gasthäusern und im Kneipzimmer der Turnhalle in Ybbs statt. 1986 konnte endlich ein Zimmer unweit des Josephinums in einem Privathaus in der Fürnbergstrasse 4 bezogen werden.

 

Zum 89. Stiftungsfest im Brauhof erschien erstmals in der Zweiten Republik auch der Direktor des „Francisco-Josephinums“ als Gast. Die früher oft spürbaren Anfeindungen der Korporation schienen überwunden und die Rolle der Verbindung akzeptiert.

 

Nach der Wende (Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa 1989) organisierte die Korporation Anfang 1990 erstmals eine Veranstaltung im Festsaal der Anstalt; der Vortrag über Siebenbürgen wurde von Direktor Dr. Ramoser persönlich eingeleitet.

 

Im September wurde an jeden Josephiner eine Einladung für eine Informationsveranstaltung der „Tafelrunde Agraria“ verteilt, die neue Fuxen bescherte, unter anderen Bundesbruder Rudolf3), der in seiner Aktivenzeit sehr viel bewegte. Beim 90. Stiftungsfest wurden die Alten Herren Josef Überacker und Karl Winkler für die Verdienste um die Aktivitas zu Ehrenburschen ernannt.

Vor dem 91. Stiftungsfest wurde vom Aktiven Rudolf die erste Partie mit stumpfem Säbel in der Turnhalle Ybbs ausgetragen. Beim Generalconvent 1992 wurde dann die Umstellung auf die Linzer Paukordnung beschlossen mit der Begründung, dass sich die Aktiven meist zu wenig Zeit zum Einpauken nehmen. Als Paukboden stellte Ehrenmitglied Hans Aigner, Gastwirt in Bodensdorf, einen Gewölbekeller zur Verfügung.

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Julkneipe im GH Wurzer in Mühling 1991

Ab den Achtziger-Jahren wurde – auch von den Aktiven – als gesellschaftlicher Höhepunkt immer wieder der größte waffenstudentische Farbenball, der Ball des Wiener Korporations-Ringes, später Wiener Akademikerball, in den Festsälen der Wiener Hofburg besucht, ebenso der Burschenbundball in Linz und das Kremser Farbenkränzchen.

 

1993 konnte eine größere Bude in einem Privathaus in der Fürnbergstraße 9 angemietet und eingerichtet werden. 1994 wurde von der Aktivitas der erste Farbprospekt gestaltet. Weiters wurden Couleur-Kugelschreiber für Keilzwecke beschafft und Aufkleber mit unserem Wappen hergestellt.

 

Am 9. März 1995 hatte die Korporation einen tragischen Verlust zu verkraften. Es verschied unser inaktiver Bursch Bernhard Frey, der sich nach dem Wechsel an eine allgemeinbildende Mittelschule noch immer sehr für die Aktivitas einsetzte und daher als große Nachwuchshoffnung galt.

Erster Kommers in der Aula

Am 4. Mai 1996 wurde erstmals das runde Gründungsjubiläum des Grün-Weiß-Grünen Bundes in Wieselburg ausgerichtet. Der Kommers findet alle fünf Jahre in Verbindung mit den runden Stiftungsfesten der Mitgliedskorporationen jeweils an einem anderen Schulstandort statt. Es stand dafür die Aula, der überdachte Hof des Schlosses Weinzierl, für rund 160 Festgäste zur Verfügung. Dem Fest ging ein Platzkonzert in Wieselburg und ein Festzug nach Weinzierl voraus. Den Ehrenschutz der Veranstaltung übernahmen der dritte Nationalratspräsident Univ.-Prof. Dr. Willi Brauneder, Landwirtschaftsminister Mag. Wilhelm Molterer, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Bezirkshauptmann Dr. Berthold Panzenböck, Bürgermeister Franz Glösmann und Schuldirektor HR DI Dr. Johann Ramoser. Als Festredner wurde der Buchautor und engagierte Kritiker der linken Kulturszene Prof. Dr. Walter Marinovic aus Wien gewonnen. Er ergänzte die Reihe prominenter Festredner früherer Stiftungsfeste wie Ing. Herbert Putz, Präsident des „Verbandes Österreichischer Ingenieure“ und Univ.-Prof. Dr. Roland Girtler.

 

Anlässlich des GWGB-Kommerses konnte der Aktivitas eine neue Standarte übergeben werden, da das Agrarenbanner nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr auffindbar war. Das neue Banner wurde durch den Verkauf von Fahnennägeln finanziert. Als Spender betätigten sich die Korporationen des Grün-Weiß-Grünen Bundes sowie zahlreiche Freunde und Mitglieder der Korporation.

 

Am 29. April 2000 fand wieder ein von uns organisierter Vortrag im Festsaal des Josephinums statt, nämlich der von Brigadier iR Walther Groß über „Neues aus russischen Archiven“, einem Thema, das nach der Ostöffnung sehr aktuell war und wieder von Direktor Dr. Ramoser eingeleitet wurde.

Bewahrer des Kudlich-Erbes

Beim 99. Stiftungsfest hielt der Wiener Stadtrat Lothar Gintersdorfer den Festvortrag über „Political Correctness – Ideologieersatz oder Disziplinierungsinstrument?“ Weiters wurde Dr. Manfred Frey, Präsident der Finanzlandesdirektion und Vizepräsident der Österreichischen Nationalbank, als Ehrenmitglied aufgenommen. Der Geehrte ließ der Korporation eine Stiftung zukommen zur Wahrung des Andenkens an seinen einzigen Sohn Bernhard und lud die Aktiven zu einer Busfahrt in die Heimat des Bauernbefreiers und Burschenschafters Hans Kudlich nach Lobenstein, früher Österreichisch-Schlesien, heute Tschechien, ein. Schließlich wurden bei dieser Jubiläumsveranstaltung weitere Damen für ihre Mitarbeit im Bund zu Ehrendamen ernannt, nämlich Eva Gaigg, Marianne Schachinger und Brigitte Vogelsang. Mit der Auszeichnung wurde ein Zeichen gesetzt für die willkommene Einbindung der Frauen.

 

Bauernbefreier und Burschenschafter
Hans Kudlich

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Die Busfahrt nach Lobenstein fand am 21. und 22. Mai 2000 mit folgenden Höhepunkten statt: Besichtigung der Hans Kudlich-Warte und des Elternhauses des Bauernbefreiers, Empfang beim Bürger-meister und Kneipe im Hotel Prag in Jägerndorf.

 

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Farbenhochzeit von Bb Rene Horvath

Am 9. September 2000 nahmen viele Bundesbrüder an der Farbenhochzeit unseres Bb Rene Horvath in der Steiermark teil. Für diesen aktuellen Anlass wurde ein repräsentativer weißer Porzellan-Bierkrug mit Heraldik, Verbindungsfarben und Zirkel kreiert, der seither käuflich zur Verfügung steht.

 

100 Jahre F! „Tafelrunde Agraria“

Nur drei Wochen später, konkret am 21. Oktober 2000, stand das 100. Stiftungsfest auf dem Programm. Es wurde wieder würdig im überdachten Hof des Schlosses Weinzierl gefeiert. Zu diesem Jubiläum entbot auch Landeshauptmann Dr. Jörg Haider ausführliche Grußworte. Die rhetorischen Beiträge befassten sich mit dem an der Schwelle zum neuen Jahrhundert vorherrschenden Thema Globalisierung. Der Hauptredner, Buchautor und Regierungsdirektor Manfred Ritter aus Nürnberg, zeigte Möglichkeiten auf, wie drohenden Gefahren zu begegnen ist. Zu dem vom ÖTB-Spielmannszug aus Linz umrahmten Fest waren rund 130 Besucher erschienen.

 

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100. Stiftungsfest im Oktober 2000

Im Folgejahr 2001 wurde an der Lehranstalt als neue Aktivität ein Bewerbungsseminar für Josephiner abgehalten. Als Trainer fungierte AH Mag. Andreas Mirtl, Personalchef in der Metallindustrie.

 

Auch beim 101. Stiftungsfest wurde Neues versucht, nämlich die Abhaltung vor dem Josephinerball, damit möglichst beide Veranstaltungen besucht werden konnten, was sich allerdings nicht bewährte.

 

Im Jahre 2002 konnte der LDC NÖ die traditionelle Sonnwendfeier nicht mehr auf der Ruine Aggstein ausrichten. Man wich auf die Ruine Hollenstein aus und feiert seit 2003 auf der ebenfalls großartig gelegenen Burgruine Senftenberg im Kremstal.

 

Am 1. Oktober 2002 stieg die Wiedereröffnungsfeier der Kudlich-Warte in Lobenstein, die im Kommunismus dem Verfall preisgegeben und nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ aufwendig renoviert werden musste. Die Sanierung wurde auch von der „Tafelrunde Agraria“ unterstützt, wie auf der Warte vermerkt. Beim Festakt chargierten die akad. B! „Silesia“ sowie die Fach-studentenschaften „Rugia Eisgrub“ und „Tafelrunde Agraria“. 

 

Am Ende des Schuljahres trat der Direktor des „Francisco-Josephinums“, HR DI Dr. Johann Ramoser, in den Ruhestand. Wir bedankten uns für die stets gute Zusammenarbeit und boten ihm die Ehrenmitgliedschaft an, die er spontan annahm. Die Aufnahme erfolgte beim 102. Stiftungsfest, wobei die Festrede von Buchautor Rudolf Czernin über das „Ende der Tabus“ gehalten wurde. Außerdem wurden die mit den Burschenschaften befreundeten Verbände vorgestellt.

 

Der Höhepunkt des Farbenjahres 2003 war im September eine Busfahrt zu den Stätten der Urburschenschaft und der Turnbewegung im Rahmen des Projektes „Reisen mit Freunden“ der Österreichischen Landsmannschaft, das auch ehrenamtlich unser AHx Franz Schachinger leitete.

 

In der Folge wurden ein Netzauftritt eingerichtet, der heute unter www.tafelrunde-agraria.at aufrufbar ist, und eine Satzungsänderung durchgeführt, mit der die Verbindung nun auch den Studenten der 1999 in Wieselburg gegründeten Fachhochschule und den Schülern der inzwischen im Umland entstandenen höheren Lehranstalten offen steht.

 

2004 wurde AH Mag. Andreas Mirtl als unser Repräsentant in den Absolventenverband des Francisco-Josephinums kooptiert. Diese Funktion bekleidete zuvor ES Wilhelm Thomas.

 

Für das 104. Stiftungsfest konnte wieder ein prominenter Festredner gewonnen werden, nämlich Prof. Horst Übelacker. Er referierte über die Zukunft Europas und forderte einen europäischen Staatenbund anstelle eines Zentralstaates. Zudem erfuhr der Bund Verstärkung durch LKR Franz Faschingleitner.

 

Neues Farbenheim

Im Jahre 2005 wurde die wieder notwendige Suche nach einem neuen Vereinslokal abgeschlossen durch Anmietung und späteren Kauf einer Eigentumswohnung in Wieselburg, Raimundstrasse 4. Die Immobilie erfüllte – unter den damaligen Angeboten – die meisten Ansprüche, denn sie besteht aus einem großen Kneipraum mit Terrasse und Vorgarten, einem an Aktive vermietbaren Studentenzimmer, einer Küche und den üblichen Nebenräumen. Und es gibt kaum Nachbarn, die sich gestört fühlen könnten.

 

Die Anschaffung wurde möglich durch Unterstützung unseres EM Dr. Manfred Frey und namhafte Spenden mehrerer Alter Herren und Förderer des Bundes. Als Inhaber des neuen Farbenheimes fungiert der „Bernhard Frey-Heim-Verein“.

 

Beim 105. Stiftungsfest durften wir unser Ehrenmitglied Dr. Ramoser, den emeritierten Direktor des FJ, als Festredner begrüßen. Er berichtete über Ernstes und Heiteres aus der Geschichte der Lehranstalt, bevor Ing. Martin Huber, Geburtsjahrgang 1970 und Absolvent des FJ, als Fux einsprang. Beim Julfest 2005 konnte der nach wie rührige Bundesbruder Attila aufgenommen werden.

 

2006 gab es wieder Konflikte mit dem Religionslehrer wegen Verstoßes gegen die „Mariazeller Erklärung“ von 1950, in der sich die katholische Kirche verpflichtete, im Religionsunterricht nicht zu politisieren und nicht andere Gemeinschaften zu verunglimpfen. So sind Interventionen immer wieder erforderlich. Es folgten eine Vorstellung der Korporation in der Schülerzeitung des FJ und andere Werbeaktivitäten.

 

Von 26. bis 29. 10. 2006 wurde in Wien das 50 Jahr-Jubiläum des Grün-Weiß-Grünen Bundes in Verbindung mit dem 106. Stiftungsfest unseres Bundes gefeiert. Die Festrede hielt Ing. Winfried Schuberth über das aktuelle Thema „Die neue Weltordnung und das Geld“. Außerdem wurde Martin Huber, der spätere Vorsitzende des Altherrenverbandes, geburscht.

 

Am 13. Juni 2007 verstarb leider allzu früh EB Josef Überacker. Er war schon in der Aktivzeit ein sehr erfolgreicher Fuxmajor und dies dann lange Zeit auch als Alter Herr. EB Oberst Ing. Franz Stangl übernahm vorübergehend die Charge des Fuxmajors. In der Folge überarbeitete und erweiterte AHx EB Schachinger die Fuxenmappe. Sie steht seither auch digital zur Verfügung und wurde auch anderen Bünden angeboten. Ende 2007 sprang Fux Artus ein, der sich bis heute als wertvolle Stütze unseres Bundes erweist.

 

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Buch „Auf Bauer – wehr dich!“

2007 startete das Buchprojekt „Auf Bauer – wehr dich!“. Das Buch behandelt die Geschichte des Unabhängigen Österreichischen Bauernverbandes. Die Realisierung ist Mitgliedern der „Tafelrunde Agraria“ zu verdanken, die auch Artikel lieferten. Die Buchpräsentation erfolgte beim 108. Stiftungsfest mit Reden von EM Dr. Manfred Frey und NRAbg. Dr. Walter Rosenkranz.

 

Wie in den meisten Jahren zuvor, fand auch 2008 ein Ferialtreffen in Kärnten statt, das diesmal in einer Schifffahrt auf dem Ossiacher See gipfelte. Seit 2009 erhalten alle Mitglieder das vierteljährlich erscheinende ÖPR-Magazin „Junges Leben“.

 

In der Kneipe am 9. Oktober 2009 wurde ausführlich über den Tiroler Freiheitskampf vor 200 Jahren informiert, so wie bei fast allen Zusammenkünften zuvor und seither ein geschichtliches oder Zukunftsthema behandelt und diskutiert wird. Es wird also nicht nur Geselligkeit gepflogen, sondern auch dem Bildungsauftrag einer Korporation entsprochen.

 

Am 20. Mai 2010 verstarb unsere sehr verehrte Ehrendame Grete Wieselthaler. Bei der Semesterschlusskneipe hielt Vb DI Christian Laun, der in der DDR aufwuchs, einen sehr interessanten Vortrag über das Leben im „Arbeiter- und Bauernstaat“. 2010 kehrte auch unser AH Max-Anton Hanke wieder nach Österreich zurück, ließ sich in Wien nieder, nimmt seither an fast allen Couleurveranstaltungen teil und ist nun – trotz Kehlkopfoperation – wieder ein engagierter Bundesbruder. Beim 110. Stiftungsfest am 6. November 2010 sprang der bis heute sehr aktive Bundesbruder Wieland ein.

 

2010/11 wurde unter der Federführung des fachstudentischen Corps „Unitas“ und unter Mitwirkung aller GWGB-Bünde eine attraktive Liederbibel erstellt und gedruckt.

 

2011 erschien auch eine neue FJ-Chronik, für die wir Unterlagen liefern durften und in der wir daher entsprechend vertreten sind. Auch in der zuvor neu erschienenen Chronik der Stadt Laa an der Thaya wird die „Agraria“ äußerst lobend erwähnt.

 

Am 15. Februar 2011 luden wir zu Vorträgen namhafter Fachleute über die Zukunft der Landwirtschaft in den Gasthof Aigner nach Bodensdorf ein. Die als Keilveranstaltung gedachte Versammlung wurde sogar mit Plakaten beworben und erfreute sich guten Besuches – erstaunlicherweise nicht von Josephinern.

 

Am 22. März 2011 baute EB Oberst Stangl in der Bude die von ihm sehr attraktiv gestaltete Wappenwand auf und hielt am Abend einen Vortrag über das Thema „Wehrpflicht – ja oder nein?“, den wir wieder mit Plakaten bewarben. Leider wagte sich auch hier kein Josephiner über unsere Türschwelle.

 

2011 traten wir erstmals in Farben beim Wieselburger Volksfest auf, und zwar beim Vortrag und Bieranstich von HC Strache, um uns wieder einmal in der Öffentlichkeit zu zeigen. Die FPÖ-Veranstaltung wurde von AH Huber in seiner Funktion als Landtagsabgeordneter und Landesgeschäftsführer der FPÖ NÖ organisiert.

 

Im September 2011 nahmen einige Bundesbrüder am Ausflug des fst. Corps „Normannia“ zu St. Florian nach Brünn teil. Die Normannia wurde hier vor 100 Jahren gegründet.

 

111. Stiftungsfest in der Aula des FJ

Am 11. 11. 2011 stieg das 111. Stiftungsfest in Verbindung mit dem 55. Gründungsjubiläum des Grün-Weiß-Grünen Bundes in der Aula des „Francisco-Josephinums“. An der Festivität nahmen auch Verbandsbrüder der Burschenschaft „Ceres“, heute in Nürtingen, früher Neutitschein in Mährisch-Schlesien, teil (Bundesbrüder der „Ceres“ beteiligten sich 1919 an der Gründung der Agraria Laa). Die Festrede hielt NRAbg. Barbara Rosenkranz. Für Bb Wieland war es der erste Großkommers, den er vorbildlich leitete.

 

Der Generalconvent 2011 brachte einen Wechsel in der Führung des Altherrenverbandes. AHx Franz Schachinger bat nach 28jähriger Obmannschaft um Ablöse bzw. sah die Zeit für einen Generationswechsel gekommen. Zu seinem Nachfolger wurde Martin Huber gewählt und Schachinger zum Ehrensenior ernannt.

 

2012 wurde versucht, ein Gemeinschaftsblatt für alle GWGB-Korporationen zu starten. Das Projekt musste nach zwei Jahren wieder eingestellt werden.

 

Das Ferialtreffen 2012 in Kärnten war ein Gedenktreffen auf dem Hof von AH Fritz Pirker. Es galt seinem Sohn und Verbandsbruder Gunther anlässlich des Jahrestages dessen tödlichen Unfalles bei der Maturareise.

 

Das 112. Stiftungsfest wurde – versuchsweise – an einem Freitag, am 9. November 2012, im Gasthof Bruckner abgehalten. Der neue Altherrensprecher hielt eine sehr gute Festrede über die EU.

 

Der Höhepunkt des Farbenjahres 2013 war eine Fahrt nach Lobenstein, diesmal anlässlich der Eröffnung der Kudlich-Warte vor 100 Jahren. Die Reise wurde vom „Freundeskreis Bauernbefreier Hans Kudlich“ organisiert. Die Bauernbefreiung stand dann auch im Mittelpunkt des 113. Stiftungsfestes mit einem Referat von Dipl.-Ing. Walter Kudlich.

 

Anfang des Jahres 2014 sprang Fux Richwin ein, ein würdiger Repräsentant vor Ort.

Zudem wurde in diesem Jahr wieder eine neue Keilaktitivität geboren, nämlich ein Schaupauken bzw. Probetraining für studentisches Fechten in der Taverne nächst dem Josephinum veranstaltet. Als Trainer fungierte AH Willi Pokorny von der pB! Markomannia St. Pölten. Die Veranstaltung wurde mit Plakaten beworben und gut angenommen, so dass Wiederholungen folgten.

 

Nicht unerwähnt bleiben soll auch der seit Jahren und nach wie vor regelmäßig am ersten Montag im Monat in Wien stattfindende GWGB-Stammtisch, ursprünglich ein Altherrentreffen der „Unitas“, das inzwischen immer auch Mitglieder der anderen GWGB-Verbindungen besuchen.

 

Beim 114. Stiftungsfest stand die Muttersprache im Mittelpunkt der Reden. ES EB Schachinger sprach über das Thema „Sollen wir in Zukunft englisch statt deutsch sprechen?“ und zitierte viel aus dem kurz vorher erschienen Buch von DI Oliver Baer.

 

Die Semesterwechselkneipe am 19. Februar 2015 wurde ebenfalls in der Schlosstaverne abgehalten, damit die Ausführungen des Gastreferenten aus Steyr auch Nicht-Mitglieder hören konnten. Der Verbandsbruder referierte über den Euro. Im Anschluss wurde der Einsprung von Bb Thor zelebriert.

 

2015 jährte sich die Gründung der Urburschenschaft in Jena zum 200. Mal. Aus diesem Anlass wurde am 9. April eine spezielle Jubiläumskneipe geschlagen. Im September nahmen auch einige Mitglieder an der von ES Schachinger im Rahmen der Österreichischen Landsmannschaft organisierten Busfahrt zur Wiege der Burschenschaften und Turnbewegung teil.

 

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115. Stiftungsfest mit Dir. HR DI A. Rosenberger

und Festredner Dr. H. Wohlmeyer

Beim 115. Stiftungsfest, das wieder in der Aula des FJ über die Bühne ging, referierte Dr. Heinrich Wohlmeyer über eine zukunftsträchtige Gesellschaftsordnung. Zu dieser Festveranstaltung konnten wir auch den emeritierten Direktor des FJ, unser EM Dr. Johann Ramoser, und den neuen Direktor der Lehranstalt, HR Dipl.-Ing. Alois Rosenberger, begrüßen.

 

Eine Attraktion des Jahres 2016 war am 18. Juni der Couleurausflug nach Schloss Rosenau mit Besichtigung des Freimaurermuseums. Auf dem Programm standen auch der Besuch der Stadt Zwettl und des einzigen Bismarck-Denkmals in Österreich und am Abend die Teilnahme an der Sonnwendfeier auf der Ruine Senftenberg.

 

Höhepunkt des 116. Stiftungsfestes am 5. November 2016 war der Festvortrag von Prof. Dr. Reinhard Knittel, Rektor der Theologischen Hochschule St. Pölten. Er sprach über das Thema „Migration und Missbrauch der christlichen Ethik“.

 

Bei der Krambambulikneipe konnten wir wieder einen prominenten Gastvortragenden begrüßen, nämlich Peter von Hohenberg. Er informierte über wertsichere Geldanlagen.

 

Im Frühjahr ließ sich Bb Wieland wieder eine neue Keilaktion einfallen. Er führte am 4. April 2017 mit seinem Bruder Turnkunststücke auf der Wiese im FJ vor und lud die Zuschauer zum Mitmachen ein, was gut angenommen wurde. Einige Wochen später organisierte unser Altherrensprecher für Josephiner ein Kartrennen in Blindenmarkt.

 

200 Jahre Wartburgfest

Im September 2017 eröffnete das „Haus der Geschichte“ in St. Pölten mit einer Schwerpunkt-Ausstellung, die sich der Zwischenkriegszeit widmete und bis 2019 gezeigt wurde. Für diese Ausstellung konnten auch die niederösterreichischen Bünde Exponate samt Beschreibung besteuern. Die Sachbearbeiter unsererseits waren Dr. Josef Pasteiner (pB! Markomannia), Erich Voglauer (JKM! Rugia) und ES Franz Schachinger. Letzterem gelang es, dafür sogar eine besondere Rarität antiquarisch zu erwerben, nämlich das Buch „Das Vermächtnis der Urburschenschaft“, das in erster Auflage erst 1929 erschien und das erstmals über die Grundsätze der Urburschenschaft in gedruckter Form informierte. Hier heißt es unter anderem: „Der beste Patriot wird immer auch der beste Weltbürger sein!“ Man bedenke, dass das Zitat aus der Zeit des Wartburgfestes stammt, als es noch nicht einmal das Fahrrad gab, als erst das Laufrad erfunden worden war!

 

Von 20. bis 22. Oktober 2017 stiegen in Jena, Eisenach usw. die Jubiläumsfeiern anlässlich des Wartburgfestes vor 200 Jahren. Die österreichischen Korporationen reisten mit mehreren Bussen an. Einige Mitglieder der „Tafelrunde Agraria“ feierten dabei mit der pB! Markomannia St. Pölten deren 108. Stiftungsfest im Gasthaus „Grüne Tanne“, in der am 12. Juni 1815 die Urburschenschaft gegründet worden war!

 

Am 7. November 2017 veranstalteten die Bundesbrüder Richwin und Wieland zu Keilzwecken einen Billardkurs im „Freizeitclub“ des FJ.

 

Beim 117. Stiftungsfest am 11. November 2017 wurde die Festrede, gehalten von ES Schachinger, dem Wartburgfest gewidmet. Beim Julfest am 19. Dezember 2017 sprang EM Siegfried ein.

 

Das Jahr 2018 war nicht weniger ereignisreich. Neben den seit Jahrzehnten regelmäßig stattfindenden Kneipen mit bildendem Schwerpunkt und dem Besuch von Veranstaltungen befreundeter Bünde sind hervorzuheben: der ÖPR-Burschentag von 18. bis 20. Mai in Waidhofen an der Ybbs und das eigene Oktoberfest am 2. Oktober, bei welchem der von der FPÖ verhinderte Migrationspakt thematisiert wurde. Am 26. Oktober folgte eine Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal der Stadt Wieselburg, erstmals gemeinsam mit dem Kameradschaftsbund.

Am 10. November stieg das 118. Stiftungsfest, wofür als Gastvortragender der „MKV-Papst“ OStR Prof. Mag. Heinrich Kolussi gewonnen werden konnte. Er sprach über das Thema „Was uns (MKV und B!) eint und trennt“ und kam dabei zum Schluss, dass die Gemeinsamkeiten überwiegen und beider Gegner heute links stehen.

 

Am 4. Dezember 2018 stieg die traditionelle Krambambulikneipe mit dem in letzter Zeit oft anwesenden Gast und Farbenbruder Amadeus. Er schuf für die „Tafelrunde Agraria“ einige neue Strophen zum Krambambulilied und inzwischen auch ein neues Bundlied, aktualisierte den Text des heute wieder sehr passenden Liedes „Die Gedanken sind frei“ und dichtete u.a. den Liedtext „Des Freien Lust“.

 

Kauf des Farbenheimes

Noch vor Jahresende erfolgte die Unterzeichnung des Kaufvertrages für das neue Farbenheim in der Wieselburger Raimundstraße 4. Der „Bernhard Frey-Heim-Verein“ ist nun Eigentümer der Immobilie, der sie der „Tafelrunde Agraria“ zur Nutzung mietfrei überlässt. Der große Wurf gelang durch eine Hypothek unseres EM Dr. Manfred Frey und neuerliche großzügige Unterstützung folgender Alter Herren: Richard Grabuschnig, Eustach Hemmer, Herbert Hengstberger, Helmut Leitgeb, Mag. Rudolf Mayerhofer, Mag. Andreas Mirtl, EB Elmar Plieschnegger, EM Dr. Johann Ramoser, ES EB Franz Schachinger, EB Franz Stangl, Johann Stippich und EB Karl Winkler.

 

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Unser neues Farbenheim

Am 23. März 2019 nahmen wir am Freiheitskommers in der Wiener Hofburg teil.

Bei der Maibowlekneipe am 7. Mai 2019 wurde über die „Neue Rechte“ referiert und beraten, wie wir uns für die Zukunft am besten aufstellen.

 

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Akademikerball: Feste muss man feiern, wie sie fallen!

Beim 119. Stiftungsfest sprach Botschafter aD Dr. Heinrich Birnleitner über das Thema „Wie verhindern wir die Abschaffung?“, wobei er den offensiven Islam – im Gegensatz zum passiven Christentum – als größte Gefahr erachtete.

 

EB Max-Anton Hanke sichtet das Weltnetz nach interessanten Beiträgen und sendet seither allen interessierten Bundesbrüdern die entsprechenden Zugangsdaten.

Im März 2020 verbreitete sich von China aus weltweit sehr schnell eine grippeähnliche Seuche namens „Corona/Covid-19“. Die Bundesregierung reagierte mit unverhältnismäßigen Maßnahmen wie mehreren mehrwöchigen Wirtschaftsstilllegungen, Veranstaltungsverboten und wesentlichen Einschränkungen der Grund- und Freiheitsrechte, so dass es seither zu zahlreichen Großdemonstrationen kam, an denen sich auch viele Bundesbrüder maßgeblich beteiligten. In dieser Zeit führten wir den ersten Fuxenconvent per Videokonferenz durch.

 

Zum persönlichen Treffen kam es erst wieder am 9. Juni 2020 bei der Beethovenkneipe und Geburtstagsfeier von EB Armin. Leider musste auch die Sonnwendfeier abgesagt werden.

 

Im Juni gab es in Wieselburg Hochwasser, das auch in unser Kellerabteil und in die Garage eindrang. Zum Glück traten keine nennenswerten Schäden auf.

 

Am 30. Juni 2020 mussten wir einen ao. Generalconvent abhalten, weil sich unser Altherrensprecher zum Rücktritt genötigt sah. Zum Nachfolger wurde AH Franz Faschingleitner gewählt.

 

Im Wintersemester konnte wieder mit den üblichen Veranstaltungen begonnen werden – bis zum neuerlichen „Lockdown“ wenige Tage vor unserem 120. Stiftungsfest, das folglich abgesagt werden musste und erst 2021 nachgefeiert werden konnte. Zum 120. Stiftungsfest wurde auch ein repräsentatives Gästebuch angeschafft. Die Illustration des neuen Gästebuches für das Gründungs-Jubiläum gestaltete – genauso wie die Einladung – der Künstler und Verbandsbruder Odin Wiesinger.

 

Im Wintersemester 2020/21 fielen alle Großveranstaltungen den Anti-Corona-Maßnahmen zum Opfer, so auch der Akademikerball in den Sälen der Wiener Hofburg, der Burschenbundball im Palais Kaufmännischer Verein Linz und das Kremser Farbenkränzchen in der Römerhalle in Mautern. Sie sind seit Jahrzehnten Höhepunkte im Korporationsleben.

 

Der Zufluss einer Förderung Ende 2020 erlaubte uns, das für den Kauf des Farbenheimes aufgenommene Darlehen vorzeitig zu tilgen. Wir sind seither wieder schuldenfrei!

 

In den ersten Monaten des Folgejahres konnten nur Arbeitstreffen stattfinden, wobei am 15. Juni 2021 Fux Falko II einsprang. Mitte September fand der ÖPR-Burschentag im nahen Steyr statt. Viele Bundesbrüder besuchten am 6. Oktober 2021 auch den Großkommers „100/101 Jahre Kärntner Volksabstimmung“ in Klagenfurt.

 

Die letzte Großveranstaltung – vor dem nächsten „Lockdown“ – war unser 120. und 121. Stiftungsfest am 6. November 2021. Es begann mit einem Platzkonzert der Stadtmusikkapelle Wieselburg auf dem Hauptplatz und einem großartigen Fackelzug mit Musikbegleitung zum FJ. Gefeiert wurde im überdachten Hof des Schlosses Weinzierl. Die Festrede hielt DI Heinrich Sickl über „Globalismus oder Patriotismus?“. Es folgten ein gelungenes Landesvaterstechen und der Aufnahme des Josephiners Dipl.-Kfm. Ludwig Wagner als Ehrenmitglied.

Zu Jahresende schafften wir sogar noch, eine neue Heimseite ins Weltnetz zu stellen.

 

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120./121. Stiftungsfest

Schlußfolgerung

Alles in allem zeigt der nun schon mehr als einhundertzwanzigjährige Bestand der Fachstudentenschaft „Tafelrunde Agraria“, dass auch neue Generationen bewährte Werte und Grundsätze bewahren, wie die Liebe zum eigenen Volk und Vaterland. Sie achten und schätzen nicht weniger die anderen Völker und Länder und kümmern sich um die Menschenwürde, treten für die Freiheit des Einzelnen und der Volksgemeinschaft ein und verteidigen Demokratie, Gerechtigkeit und Rechtstaatlichkeit gegen Anmaßung und Majorisierung durch andere.

 

Fußnoten

1) Die „Deutsche Agrarpartei“ wurde im deutsch-böhmischen Raum gegründet und ist vergleichbar mit den „Bauernbünden“ im damaligen österreichischen Kernland. Beide Gruppierungen versuchten der bäuerlichen Bevölkerung nach der 1848 gewonnene Freiheit und der folgenden schrankenlosen Liberalisierung zu helfen. Letztere bescherte den Bauern – begünstigt durch den Eisenbahnbau – eine ruinöse Billigkonkurrenz allen Ländern und löste bald eine regelrechte Agrarkrise aus.

 

Als Helfer der Bauern trat auch Friedrich Wilhelm Raiffeisen auf, der den Genossenschaftsgedanken entwickelte und damit die Bauern den Fängen der Wucherer entriss. Die Genossenschaften nahmen sich auch der Vermarktung der Agrarprodukte an und verzeichneten ab den Neunziger-Jahren des 19. Jahrhunderts einen stürmischen Aufschwung.

 

Es gab auch die Landwirtschaftsgesellschaften, die gerne als Vorläuferorganisationen der Landwirtschaftskammern bezeichnet werden. Sie alle trugen mit dazu bei, dass sich nach der Jahrhundertwende die Situation der Landwirtschaft stabilisierte.

 

Die politische Stärke der Bauern blieb allerdings weit hinter ihrer bevölkerungsmäßigen Mehrheit zurück. Dazu trug vor allem die Kirche bei. Sie wurde durch die Aufhebung des Konkordats ihrer bisherigen Allmacht beraubt. So entzog das Reichsvolksschulgesetz die Schulen dem Einfluss der Geistlichkeit, die sich natürlich nicht kampflos geschlagen gab. Sie nützte ihre treueste Klientel, die Bauernschaft, zur Rückeroberung der Macht und gründete Bauernorganisationen, die meist von Pfarrern geführt wurden und Forderungen vertraten, wie die Rückkehr zu konfessionellen Schulen, aber kaum agrarpolitische Akzente setzten.

 

Fortschrittlichen Bauern ging es indessen um den eigenen Berufsstand und seine wirtschaftlichen Belange. Sie sammelten und betätigten sich in Klubs und ähnlichen Vereinen, bis Friedrich Karl von Rokitansky 1896 in der Steiermark die erste Bauernpartei gründete, die er „Christlicher Bauernbund“ nannte, sehr zum Missfallen der Kirche, die kurz darauf den Verband „Katholisch-konservativer Bauernverein“ ins Leben rief.

 

Im deutsch-böhmischen Raum entstand die „Deutsche Agrarpartei“, die nach Einführung des allgemeinen Wahlrechts 1907 mitregierte. Ihr Gründer und langjähriger Obmann Franz Peschka wurde Landmannminister.

 

In der Ersten Republik wurden die verschiedenen „Bauernbünde“ der Bundesländer und die sich im österreichischen Kernland bildenden „Agrarparteien“ unter dem Verleger und Gründer des Steirischen Bauernbundes Leopold Stocker geeint. Sie nahmen 1922 die Bezeichnung „Landbund“ an und stellten von 1927 bis zur Machtübernahme des Austrofaschismus den Vizekanzler. Der frei gewordene Begriff „Bauernbund“ wurde ab 1926 von den „Katholisch-konservativen Bauernvereinen“ übernommen.

 

2) Der Selbstschutz lag in den überzogenen Gebietsforderungen der nach dem Ersten Weltkrieg neugebildeten tschechoslowakischen Republik begründet. Sie verlangte während der Friedensverhandlungen in St. Germain 1918/19 in einem Dutzend Memoranden die Vergrößerung ihres Staatsgebietes auf Kosten Österreichs. Zuerst begehrte sie Niederösterreich nördlich der Donau und zuletzt einen 100 km langen und 10 bis 16 km breiten Grenzstreifen von Laa entlang der March bis Stopfenreuth, eine Gebietsabrundung bei Hardegg und bei Gmünd Gebiete zwischen Litschau und Karlstift. Schließlich wurden der CSR das Feldsberger Gebiet mit fünf Orten und 4.500 ha Land sowie acht weitere Orte und die Teilung von Gmünd (rund 2.000 ha) zugestanden. Dessen ungeachtet besetzten die Tschechen bis Mitte Dezember 1918 alle deutschen Randgebiete von Böhmen und Mähren, obwohl ihnen die Siegermächte nur die militärische Besetzung einiger Verkehrsknotenpunkte erlaubt hatten. So kam es laufend zu Grenzverletzungen unter dem Titel von Requisitionen, die in Wahrheit räuberische Überfälle darstellten. Unter anderem wurde in Wildendürnbach die Gemeindekasse mit 20.000 Kronen entwendet.

3) Da bis 1919 für Mittelschüler ein Koalitionsverbot (Verbot von Zusammenschlüssen in Vereinen) bestand, aber dennoch Korporationen – nach akademischem Vorbild – gegründet wurden, führten die Mitglieder zum Selbstschutz so genannte „Couleurnamen“ ein. Die Couleurnamen werden von den Mitgliedern beim Einsprung in den Bund selbst gewählt. Wir bewahren diese sinnvolle Tradition und verwenden besonders heute bei Mitteilungen im Weltnetz verstärkt wieder Couleur- anstelle der bürgerlichen Namen.

 

Unter Mitgliedern ist auch üblich, auf den Ingenieur-Titel zu verzichten, der den Absolventen der Lehranstalt – wie dem Franciosco-Josephinum – zusteht.

 

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