Selbstverständnis

Die Fachstudentenschaft „Tafelrunde Agraria“ zu Wieselburg steht allen Schülern des „Francisco-Josephinums“, der Fachhochschule und des Gymnasiums in Wieselburg offen. Für die an einer Lebensgemeinschaft interessierten Angehörigen dieser Lehranstalten versteht sie sich als Lebensschule.

Die Welt liegt heute im Blickfeld aller Menschen und ist trotzdem schwerer zu überblicken als je zuvor. In der Globalisierung wirken Kräfte und Mächte, die wir nicht mehr kennen und die uns nicht mehr kennen. Die zunehmende Anonymität verleitet zu Handlungen, die in der Kleingruppe undenkbar wären. Daher bedarf es heute mehr denn je einer grundsätzlichen Orientierung und der Bewusstmachung der großen Zusammenhänge.

Das ist auch deshalb wichtig, weil wir heute viel mehr können, als wir dürfen. Denken wir nur an den Einsatz der Atomwaffen oder an die Möglichkeiten der Gentechnik. Oder denken wir an die hemmungslosen Wanderungsbewegungen. Wenn Europa alle aufnimmt, die hierher wollen, ist die Katastrophe perfekt. Es ist aber auch die Katastrophe perfekt, wenn die gesamte Menschheit genauso viel fossile Energie verbraucht wie wir.

Diese ganz wenigen Beispiele zeigen auf, dass es überall und für alles Grenzen gibt, so wie es Grenzen zu allen Zeiten gab. Schon jedes Leben ist begrenzt. Die Grenzen, die sich zu jeder Zeit unterschiedlich gewichtet zeigen, müssen respektiert werden. Sie verlangen nach einer Ordnung oder sind selbst Ordnung im Zusammenleben der Menschen. Sie laden jedem von uns Verantwortung auf.

Das bewusst zu machen und daraus eine tragfähige Handlungsmaxime zu entwickeln ist eine zentrale Aufgabe einer Burschenschaft, als die sich die Fachstudentenschaft „Tafelrunde Agraria“ versteht, jener studentischen Bewegung, die in Österreich der Träger der Revolution von 1848 war, der wir die Bauernbefreiung verdanken und die als Wegbereiter der demokratischen Errungenschaften der Gegenwart anzusehen ist.

Die Burschen- und Fachstudentenschaften haben für die Probleme des Lebens ein zeitlos gültiges Patentrezept, das sich in nur drei Worten fassen lässt, in die Begriffe Ehre – Freiheit – Vaterland.

Fahne

Ehre – Freiheit – Vaterland

Ehre ist das Bewusstsein eines inneren Wertes und der sittlichen Würde des Menschen. Ehre wird daher als innere und äußere Ehre definiert. Das Spiegelbild der inneren Ehre ist das Gewissen, das der äußeren Ehre der Ruf. Sie gilt es zu bewahren.

Freiheit ist das höchste Gut des Menschen, und sie zu erlangen bzw. zu erhalten, das Ziel. Die Freiheit wird niemandem geschenkt; sie will errungen und verteidigt werden. Allerdings gibt es keine grenzenlose Freiheit; die Freiheit des einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Mitmenschen eingeengt wird.

Das Vaterland, mit dem die Fachstudentenschaft die Bejahung der Republik Österreich und der europäischen Zusammenarbeit sowie das Bekenntnis zur großen deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft verbindet, ist auch in einer globalen Welt keine Phrase, denn der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Er braucht zu seiner Entfaltung die Geborgenheit der Gemeinschaft. Und er braucht verschiedene Gemeinschaften, die Familie als kleinste Einheit ebenso wie das Volk. Das ist kein Gegensatz zur Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und der Welt. Im Gegenteil. Wer sich der Verantwortung im kleinen entzieht, entzieht sich ihrer auch im großen. Wer sich nicht der Verantwortung gegenüber der Familie und dem eigenen Volke stellt, handelt auch nicht im Sinne anderer Familien und Völker.

Diese bewährte Geisteshaltung wird versucht zu leben und zu vertiefen. Und nicht nur das; die Mitglieder werden – in Ergänzung zur Schule – auch in der Persönlichkeitsbildung unterstützt. Es wird die Möglichkeit geboten, schlummernde Organisationstalente zu wecken und reichlich Gelegenheit gegeben, die Kunst der freien Rede und Präsentation zu üben. In der Gemeinschaft wird das Handeln gemäß burschenschaftlichem Weltbild verinnerlicht und vermieden, beliebig manipulierbares Herdenvieh zu formen. Es wird ein exklusiver Fechtsport gepflogen und dafür gesorgt, dass die Geselligkeit nicht zu kurz kommt, nicht die Unterhaltung und nicht der Gesang. Und es wird großer Wert gelegt auf Freundschaft und Bundesbrüderlichkeit ohne Generationskonflikte auf Lebenszeit.

PS: Wünschen Sie weitere Informationen bzw. ein Gespräch, so teilen Sie uns das per e-Post mit unter post@tafelrunde-agraria.at .